Ebenen überlagern sich, Dateien werden überschrieben, unter ausradierten Mustern erscheinen neue Verläufe. Bildelemente werden ausgeschnitten und versetzt. Auf den Benutzeroberflächen unserer Grafik- und Textprogramme verschieben wir ständig Vorstellungen von idealen und möglichen Umgebungen, konstellieren Texte, öffnen Fenster, Seiten, Dokumente.
In der Lectureperformance Correspondence #1 wird der Desktop zum Schreibtisch für die Arbeit am dialektischen Verhältnis zwischen Utopie und Dystopie, Wirklichkeit und Politik. Übertragen in zwei Beamerprojektionen klicken sich die Künstler_innen durch Musikvideos, Bilddateien und Stellungnahmen von Politiker_innen, die sie live untertiteln, übersetzen, vorlesen und neu rahmen. Angeeignet im Cut and paste-Verfahren, finden im Mit- und Gegeneinander verschiedener Bildsprachen auch die Städte Barcelona und Jerusalem zueinander – als Herkunftsorte der Künstler_innen und überindividuelle Referenzpunkte für Konflikte um nationale Zugehörigkeit und territoriale Verbundenheit. Unterschiedliche Ansichten zu utopischen und dystopischen Orten und Zuständen auf der Welt treten in einen visuellen und auditiven Dialog. Die aus der persönlichen Nähe und zugleich geografischen Distanz geführte Korrespondenz
öffnet Fenster auf reale wie imaginative Land-
schaften und Architekturen, auf die komplexen Verflechtungen zwischen Ländern und Kontinenten, ihren Selbstbildern und wechselseitigen Fremdeinschätzungen. Dabei zeigen sich deren politische und kulturelle Kontexte von Machtstrukturen ebenso geprägt wie von den Potenzialen einer Transformation, die durch die Menschen selbst, die in ihnen leben, angestoßen wird.
Performance, 60 min.
Termine:
Freitag, 4. Mai
21:00-22:00
Samstag, 5. Mai
14:15-15:15
Für die Performance ist ein Ticket erforderlich. Tickets sind kostenfrei am Empfang erhältlich.
Mit der Unterstützung der Giessener Hochschulgesellschaft und des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen

