Die Arbeit Geography of the Imagination befasst sich mit unterschiedlichen Formen einer versuchten Rekonstruktion, Dokumentation und Archivierung erinnerter Orte und Ereignisse. In einem Raum im Raum, der wie ein dekontextualisiertes Fragment einer eigenen, museal anmutenden Institution erscheint, werden mehrere Lichtboxen mit bedruckten Filmstreifen präsentiert. An die Wand wird ein digital generierter Film projiziert, der auf einer kostenfrei herunterladbaren Map eines Spielfelds für das Computerspiel »Counter Strike« basiert. Die 2006 im Netz zirkulierende Map »hsg« stellt die virtuelle Kopie der Flure einer weiterführenden Schule dar und wurde für den Film aus der Erinnerung nachgebaut. Gedächtnislücken und -verzerrungen – an das virtuelle Spielfeld wie das physisch existierende Gebäude – fügen sich zu einem Hybrid, das die Spannung zwischen dem Wunsch nach einer Rematerialisierung des Erinnerten und der Schwierigkeit dieses Vorhabens spürbar macht.
Geography of the Imagination knüpft Verbindungen zwischen Institutionen, Architekturen und Erinnerungen, die durch diese strukturiert werden, aber ebenso selbst entscheidenden Einfluss auf unseren Bezug zu Orten in der Gegenwart entfalten – unabhängig davon, wie lückenhaft sie sein mögen. Das Abrufen und Wiedergeben tatsächlicher und falscher Erinnerungen zeigt sich als komplexer dynamischer Prozess einer Konstruktion von Realität, die aus der angenommenen linearen Zeitlichkeit herausfällt und virtuelle wie physische Räume einschließt.