Personal Tragedy in Intimacy ist ein Cocktail und ein Kammerspiel: Im zwanzigminütigen Dialog eines Paares entsteht inmitten einer kaum wohnlichen Bühnenumgebung eine explosive Mischung von Stimmungen und Charakteren. Die Szenarien des Utopischen und Dystopischen werden hier auf der nicht weniger existenziellen Ebene des Zwischenmenschlichen angesiedelt. Die Kulisse, die zugleich Installation und schlicht Mobiliar ist, vereint eine rituelle Atmosphäre mit stilisierten Logos und Schriftzügen, die vielsagend aus der Beobachtung alltäglicher Routinen herausgebrochen wurden: CASH-Rubbellose, das ALL-YOU-CAN-EAT BUFFET, der COCKTAIL, der im sexuellen Sinne ebenso wie im Kontext einer Geselligkeit, in die man sich manchmal erst hineintrinken muss, aufzuladen ist. Der COCKTAIL kann für Versuche der Ablenkung stehen, eine Verlagerung der Abhängigkeit von sozialen Verhaltensmustern auf nicht weniger ungesunde Konsumgewohnheiten.
In Personal Tragedy in Intimacy formiert sich eine artifizielle und doch alltägliche Aufführung zwischen nicht-performance und nicht-installation. Sie zeigt unsere Beziehungen zueinander als hochgradig abhängig von individuellen (Selbst-)Darstellungen und dem Installieren von Positionen und
symbolischen Territorien. Man richtet sich ein – und vielleicht ist es am Ende tatsächlich die schwarze Katze im buchstäblichen und metaphorischen Sinne, die unsere ganze Einrichtung, die Aschenbecher und halb gefüllten Gläser unseres Lebens, in nur einem Schlag mit dem Schwanz vom Tisch fegt – und bei aller Fatalität auch einfach mal Platz schafft.
Installation, Performance, 20 min.
Termine:
Donnerstag, 3. Mai
21:45-22:05
22:30-22:50
Freitag, 4. Mai
17:30-17:50
20:30-20:50
Sonntag, 6. Mai
15:30-15:50
21:30-21:50